Freitag, 12. Mai 2017

Elle- eine Tunika aus handbedrucktem Leinen

Es gibt Projekte, die kann man nicht planen, die laufen einem quasi zu.
So war es mit dieser Tunika....

Sabine Jeromin hat mich im Vorfeld der Nadelwelt gefragt, ob Stoffcoupons besser 2 m oder 2,5 m haben sollten. Nach kurzem Überlegen habe ich ihr zu der größeren Variante geraten und neugierig gefragt, was sie denn Neues hätte.
"Leinen" meinte sie knapp. "Ich glaube das ist toll für Kleidung."
"Soll ich dir ein Ausstellungsstück nähen?" habe ich sie dann gefragt.
Und zwei Tage später hatte ich den Stoff in den Händen.

Das Leinen hat etwas Stand, ist dichter gewebt und gleichmäßiger als die Qualitäten die ich vom Stoffmarkt kenne. Das war perfekt für eine Tunika- so etwas passt stilistisch auch gut an den Stand von Jeromin. Und da fiel mir der neue Schnitt von Elle Puls ein...
Ich habe Elke gefragt ob ich den Schnitt ein paar Tage vor der Veröffentlichung haben könnte, die Messe stand ja direkt vor der Tür und fiel genau mit dem Release des Schnittes zusammen. Elke war dann so nett und hat mir die Betaversion gemailt.

Die Tochter hat den Schnitt geklebt, ich habe zugeschnitten und dann das Layout grob mit Papier platziert.
Als Muster habe ich einen gestrichelten Kreis genommen, die Schablone habe ich letztes Jahr im Vorfeld des Jerominkurses entwickelt und Sabine zur Verfügung gestellt. Das lässt sich ganz einfach drucken, ist fehlerverzeihend und durch verschiedene Überlagerungen kommt das Motiv immer wieder anders heraus.

Platziert habe ich die Kreise so, dass die schöne verdeckte Knopfleiste frei bleibt und sich das meiste am Saum abspielt. Auch die meist hochgeschlagene Innenseite der Manschette ist gemustert, die Ärmel selbst sind unbedruckt.
Hier seht ihr die schönen Details die sich Elke für den Schnitt ausgedacht hat- ich mag vor allem die aufwändige Saumverarbeitung mit Formbeleg. Da lohnt sich die Arbeit und es macht richtig Freude wenn das nach der guten Anleitung so perfekt herauskommt.
Elke lässt gnadenlos viel heften, das ist sehr sympathisch. Ich habe sogar noch mehr von Hand genäht als sie vorgeschlagen hat und z.B. den Kragen von innen mit Hand verstürzt. Ich finde ja grundsätzlich, dass etwas Hingabe an ein Kleidungsstück belohnt wird.
Slow Sewing- das scheint auch Elke wichtig zu sein.
Als dann kurz vor der Nadelwelt noch die Sonne herauskam war mein Glück perfekt: Meine fotografisch begabte Nachbarin hatte Zeit und hat noch ein paar Bilder gemacht.
(Und Heike hat mich am Jerominstand mit dem Handy geknipst. ☺)
So fühlt sich diese Tunika nach einem echten Gemeinschaftsprojekt an:
Sabines Stoff, Elkes Schnitt, die Tochter hat geklebt, die Freundinnen fotografiert.
Und ich musste nur noch nähen :)
Vielen Dank an alle!

Schnitt: Tunika Elle von Elle Puls, Normalgröße um 6 cm gekürzt.
Stoff: reines Leinen von Jeromin (10 Euro/m)
Siebdruckschablone in zwei verschiedenen Größen: hier

Die Tasche ist eine Carpetbag in Bürotaschengröße aus altem handgewebten Leinen, mit der großen Schablone bedruckt und wachsimprägniert.

Sonntag, 30. April 2017

Stoffspielereien: Ein zerschnittener Gobelin

Auf der Suche nach Inspirationen für Suschnas Stoffspielereien zum Thema seltene Techniken habe ich alte Burdas durchgeblättert. Ein Thema ist seit den 60ern bis weit in die 80er immer wieder präsent: Gobelinstickereien.

Kennt ihr jemanden, der das heute noch macht? Ich nicht.
Zwar scheint das Thema nicht ganz ausgestorben zu sein wie Constanze auf der H+H beobachtet hat. Aber mit Kreativität hat nicht so viel zu tun und zeitgemäß sind die meisten Motive auch nicht.

Auch hier im Haus finden sich als Familienerbe einige gruselige Gobelins mit ländlichen Motiven. Einfach wegschmeißen konnte ich das nie, da steckt einfach zu viel Arbeit eines lieben Menschen drin.

Inspiriert durch eine Überdosis "Project Runway" in den Osterferien wollte ich auch gern "unconvenitional materials" verarbeiten und dazu eignet sich ein seltsamer Gobelin doch prima, oder?
Da ich aber nicht nur auf Bühnenwirksamkeit aus bin habe ich erst ein paar Waschversuche gemacht- mit ziemlich ernüchterndem Ergebnis. Schräg geschnitten wie bei der Blüte geht gar nicht, das schaut nach der Wäsche ziemlich räudig aus. 
Mit dem Fadenlauf das Stramins geschnitten und mit der Overlock versäubert funktioniert das Applizieren aber ganz gut:


Ich habe dann eine Weste zugeschnitten, einen altbewährten Schnitt eines Kleidungsstückes, das ich in den letzten Wochen wieder sehr gern getragen habe.


Langwierig war dann das Layout der versäuberten Patches: Ich habe immer mal wieder anders arrangiert, korrigiert und Dinge wie den Streifen am Reißverschluss dann doch wieder verworfen. Aber irgendwann muss man sich auch mal entscheiden, zumal es dann schon Freitagnacht war......



Der Stoffrest ist aus Wolle und stammt noch aus meiner Zeit im Giesswein-Atelier, er dürfte also etwa 25 Jahre alt sein. Der Gobelin ist noch älter und den Zweiwege-Reißverschluss habe vor ewigen Zeiten aus einer Strickjacke herausgetrennt. 
Hach, solche Projekte sind so befreiend.

Gestern habe ich dann die Weste genäht, fotografiert und gleich getragen.
Das Layout erinnert mich jetzt irgendwie an die Petersburger Hängung, das ist mir aber gerade eben erst auf den Bildern aufgefallen.


Das hat wieder viel Spaß gemacht, ohne den monatlichen Stoffspielereien-Termin hätte ich das wohl nicht so genäht. Suschna sammelt heute alle Beiträge, vielen Dank für die Anregung!

Im Mai werde ich Gastgeberin ein, die Inspiration soll diesmal von einem Material kommen: Denim.
Lasst euch von den vielen Jeansschattierungen zu neuen Farb- und Materialkombinationen inspirieren!

Donnerstag, 27. April 2017

Wachstuch selbstgemacht: 5 Methoden einen Stoff zu beschichten


Wachstücher gibt es inzwischen ja in vielen Farben und Mustern, seien es die coolen beschichteten Leinen von Kokka oder die wunderbar weichen amerikanschen laminated cottons. Eigentlich sollte da ja was für jeden Geschmack dabei sein, aber manchmal ist es aber trotzdem interessant, Stoffe selbst zu beschichten. Gerade bei selbstgedruckten Stoffen ist das auch die einzige Möglichkeit sie schmutz- und wasserabweisend zu bekommen.

Ich habe in den letzten Monaten ein paar Sachen ausprobiert die ich euch im Überblick vorstellen möchte:


1.) Wachsen mit dem Block

Wer schon mal eine Barbourjacke nachgewachst hat kennt das vielleicht: Ein Wachsblock mit dem man über den Stoff reibt und das dann einbügelt.
Bei einer Jacke ist das etwas kniffliger an den Nähten, aber bei flachliegendem Stoff geht das kinderleicht und schnell. Ich habe das preisgünstigere Batikwachs im Block genommen und über den Stoff gerieben bis eine feine weiße Schicht sichtbar war. Die habe ich dann mit dem Fön aufgeschmolzen. Wenn man den Vorgang zwei oder drei Mal wiederholt wird der Stoff richtig wasserabweisend.
Geeignet ist die Technik für eher kräftige Stoffe, ich habe hier einen selbstgefärbten Canvas genommen. Die Haptik wird etwas steifer, ist aber für Jacken noch gut geeignet.
Nach der Wäsche ist die Wachsschicht fast weg, dann müsste nachgewachst werden.

2.) Wachsen mit dem Pinsel

Man kann die Mischung aus Paraffin und Bienenwachs auch selbst mischen, ich habe dazu Granulat geschmolzen. Passt auf die Temperatur auf, am sichersten erhitzt ihr die Mischung im Wasserbad. Ich habe auf 2 Teile Paraffin 1 Teil Bienenwachs genommen.
Die Flüssigkeit wird dann auf den Stoff gestrichen und bei niederiger Temperatur mit einem alten Bügeleisen eingebügelt. (Hartgesottene User bei instructables geben das bei größeren Mengen auch in den Trockner, aber das habe ich mich nicht getraut.)

Die Technik ist für alle kräftigen Stoffe geeignet, da aber viel Wachs weit in die Faser dringt wird das Material recht steif. Gut geeignet ist das tiefere Wachsen für Taschen. Das ist ein richtig gutes Material für coole Männerbackpacks!


3.) Odicoat


Odicoat ist eine Beschichtung die mit einem Spachtel aufgetragen wird.
Wie das genau geht wird im Produktvideo gut erklärt.
Ein paar Sachen möchte ich noch ergänzen:

  • Ich würde den Stoff immer aufpinnen da sich der Stoff beim Bespachteln gern verzieht. Achtet darauf dass alles fadengerade liegt wenn ihr der Stoff zum Trocknen beiseite legt.
  • Mir reichen zwei Beschichtungen gut aus.
  • Dünneren Satin haben wir beim Jeromin-Siebdruckkurs mit transparentem Medium vorbehandelt, dann saugt er sich nicht so voll und der textile Charakter bleibt auch nach der Beschichtung mit Odicoat erhalten.

Mit Odicoat bekommt man eine Oberfläche die am ehesten an die Hilco-Wachstücher erinnert. Das Material behält seinen textilen Griff und ist auch prima bei 40 Grad waschbar.
Toll für alle leichten Stoffe bis hin zum Leinen.

4.) Beschichtung mit Klarsichtfolie


Von der Methode habe ich in einem Forum gelesen, dort wurde es mit unterschiedlichem Erfolg ausprobiert.
Der Stoff wird glatt ausgestrichen und mit einer Lage Frischhaltefolie bedeckt. Darauf kommt eine Lage Backpapier  über die man dann mit etwas Druck und viel Hitze presst.
Das Aufbügeln ist etwas mühsam, man muss tatsächlich recht lange bei hoher Temperatur auf einer Stelle pressen damit die Folie gut aufschmilzt.
Aber: Die Oberfläche ist zwar abwaschbar, aber nicht strapazierfähig. Knitter lassen sich zwar noch ausbügeln, wenn an aber mit dem Fingernagel stärker über die Oberfläche reibt löst sich die Beschichtung. Auch bei der Verwendung meiner Bügelpresse und hohen Temperaturen habe ich keine guten Ergebnisse erzielt.


Fazit: Bei mir hat das nicht funktioniert.
Auch die leicht sichtbaren Knitter nach dem Wenden haben mich gestört.

5.) Lamifix 

Die aufbügelbare Folien gibt es von Freudenberg oder als Heat-N-Bond von amerikanischen Herstellern.
Ich habe das vor Jahren schon probiert und war sehr enttäuscht. Der Stoff wird total steif, die ausgeprägten Knitter vom Wenden gehen nur mit erneutem Bügeln heraus und waschbar ist das auch nicht.
Einsatzzweck: Tischsets vielleicht?
Oder Utensilos die man nicht wenden muss?


Fazit: 

Odicoat ist eine klare Empfehlung, gefolgt vom Wachsblock bei dickeren Stoffen.
Lamifix ist nur bedingt einsetzbar und die Frischhaltefolie hat den Praxistest bei mir nicht bestanden.

Und: Wenn ihr fertig genähte Teile aus Stoff oder Leder schnell und einfach imprägnieren wollt gibt es natürlich auch noch das klassische Imprägnierspray. Aber das kennt ihr ja sicher. :)


Montag, 3. April 2017

Betta von Frau Elbmarie als Rucksack

Meine liebe Kollegin Sabine hat sich mit Betta eine recht wandelbare Tasche einfallen lassen, sie lässt sich vor allem auch toll als Rucksack tragen. 

Für´s Probenähen war ich diesmal zu spät dran weil mir eine Gipsschiene am Daumen im Weg war, aber ich wollte die Sache mit der Ecke unbedingt ausprobieren- dieses Detail am sonst recht schnell und einfach genähten Rucksack gefällt mir nämlich ausgesprochen gut:
Das Leder habe ich bei der Ecke offenkantig verarbeitet und farbig abgesetzt.
Passend zu den Trägern....
 .....und der Rollschnalle (wie die angebracht wird habe ich hier erklärt):

 Hier ist nochmal die Ecke von innen- ist das nicht ein feines Detail?

Ansonsten ist der Rucksack aus 3 mm starkem Wollfilz, der hat soviel Stand dass ich mir alle Verstärkungen sparen konnte. Auch das Leder der Klappe ist mit 1,5 mm recht dick und musste nicht stabilisiert werden. So ging die Näherei ratzfatz.

Den Rucksack habe ich für den Sohn genäht, er ist nach einer OP gerade noch in Reha. Damit kann er auch mit Krücken die Behandlungsunterlagen und ein kleines Handtuch transportieren.
Denn der Schnitt ist echt männertauglich!

(Allerdings würde ich den Schnitt für Jungs das nächste Mal um 5 cm verbreitern, dann schaut das auch an kräftigen Schultern nicht so zierlich aus.
Aber das ist bei dem wandelbaren Schnitt ja die leichteste Übung.)


Betta könnt ihr noch bis Ende der Woche bei Sabine im Shop kaufen, dann geht Elbmarie in Osterpause.
Gute Reise, Sabine!
Und danke für den schönen Schnitt!

Sonntag, 26. März 2017

Stoffspielereien: Shibori

Shibori ist Karens Vorschlag für die Stoffspielereien vom März.
Mit Batiktechniken habe ich eigentlich seit den späten 70ern abgeschlossen. Erinnert sich noch jemand an die übergroßen Shirts mit selbstgebatikten Ringelmustern? An bunte Mullwindeln um den Hals als Alternative zum Palästinensertuch?
Ahm... ja.

Also: Abgebundene Kreise in psychedelichen Farben waren irgendwie tabu.
Aber ich habe nicht viel riskiert, als ich einen mit Fleckenmittel verdorbenen Pullover einfärben wollte. Die Ärmel wollte ich gern mit Binderclips grafisch mustern.
Und das ganze bitte in dezentem Indigoblau.

Bei einer Procion-Färbung wird zuerst der Stoff 20 min in eine Sodalösung gelegt und dann noch feucht in die angerührte Procionfarbe gegeben. Um den gewünschten Indigoton zu bekommen habe ich auf 2 Liter Wasser 400 g Salz und  4 TL schwarzes Pulver mit 1 TL Blau gegeben.
(Basisinformationen zum Färben mit Procion finden sich hier.
Ich habe meiner Farben bei Jeromin gekauft, von dort bekommt man mit der Farbe auch eine Anleitung.)
Tja, aber das ging gründlich schief.
Durch das Fleckenmittel hat sich die Faser wohl irgendwie verändert. In dem Bereich ist die Farbe viel dunkler geworden. Und die einst verschwundenen Fettspritzer waren plötzlich wieder zu sehen. Hinten ist der Pullover zwar auch etwas wolkig, aber viel gleichmäßiger durchgefärbt.
Flecken überfärben zu wollen geht nicht immer gut.


Aber ich habe ja auch noch ein paar gefaltete und abgebundene Leinenstücke mit in die Farbe gegeben, da war des Auspacken nach der Färbezeit von 12 Stunden sehr spannend.
Und ich war angenehm überrascht.

Aus den quadratischen Stoffstücken habe ich Kissen genäht.  Die sehen gerade im Trio nicht nach Flowerpower aus sondern kommen eher japanisch reduziert daher. Als kleinen farbigen Akzent habe ich grüne dicke Paspel eingearbeitet.
Wenn ich etwas mehr Zeit gehabt hätte wären auch kleine farbige Stickereiakzente schön gewesen.

Aber das kann ich ja im Sommer nochmal probieren, Shibori ist bei gutem Wetter und mit einer Indigoküpe auf der Terrasse sicher sehr spannend. Ich könnte mir sogar einen Indigo-Shiboriquilt mit grünem Sashing gut auf unserem Sofa vorstellen.....


Heute sammelt Karen alle experimentierfreudigen Teilnehmerinnen in Blog,
für den April läd Suschna ein, seltene Techniken zu probieren

Freitag, 10. März 2017

Recycling von Musterlaschen: Ein Apple Core Quilt

Im Januar kam mein messebauender Schwager auf dem Nachhauseweg von der Heimtextil in Frankfurt hier vorbei und hat einen ganzen Müllsack voller Musterlaschen bei uns abgeladen.
"Das haben die Asiaten nach der Messe einfach weggeworfen, kannst das gebrauchen?"
Na, und ob. :)

Die Musterlaschen stammen hauptsächlich von Bettwäscheherstellen. Sie sind aus glatter Baumwolle oder Flanell und allesamt etwa 40 cm breit.
Ich habe den Stoff noch vor dem Urlaub gewaschen und gebügelt, dann hatte ich etwas Zeit mir über das Muster Gedanken zu machen.

Ich will schon lange einen Apfelgripsch-Quilt nähen, mit modernen großen Elementen. Dann ist es auch nicht so schwer, auf meine Wunschgröße von mindestens 2 x 2,30 m zu kommen :)

Die Maße des Apple Cores habe ich auf die Breite der Musterlaschen anpassen lassen.
Der Sohn hat mir eine verblüffend professionelle Quiltschablone aus Plexiglas gefräst und sogar mit Logo versehen.
"Wenn schon, denn schon..." meint er grinsend.


Die 72 Einzelelemente waren dann schnell mit dem Rollschneider zugeschnitten. Beim Auslegen war ich dann aber enttäuscht. Die Stoffe waren grundsatzlich zu kontrastarm, da hat eine echte Struktur gefehlt.

Die habe ich dann in Form von übergroßen Sashikostichen eingenäht.
(6 mal 4 cm x 4 cm aus dem Grundstoff, 5 mal 5,75 cm x 4 cm bei den Längsschnitten
3 mal 4 cm x 4 cm aus dem Grundstoff, 2 mal 4,75 cm x 4 cm bei den Querschnitten.)

Die kleinen Vierecke habe ich in Serie zugeschnitten und genäht, so ging das trotz der Vielzahl an kleinen Teilen recht schnell.
So war das schon besser- der Quilt hält so optisch viel besser zusammen und bekommt einen modernen Twist.

Diese Woche habe ich ein paar Tage über der optimalen Verteilung gebrütet, Quilterinnen kennen sicher die Suche nach dem perfekten Layout.
Hier auf dem Bild sehe ich schon wieder Ungereimtheiten, aber irgendwann muss es auch mal gut sein.
Am Wochenende werde ich das Top zusammennähen, bei den großen Radien ist das konkav-konvexe Steppen hoffentlich nicht so schwer.

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Am Dienstag war das Vorbereitungstreffen für den Aalener Workshop in zwei Wochen. Es sind noch ein paar Plätze frei.
Wer zum Beispiel eine Grete mit Geling-Garantie nähen möchte ist da genau richtig.

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Nachdem die kleinen und mittleren Taschenrahmen schon einige Zeit ausverkauft sind kommt nächste Woche eine neue Lieferung.
Danke an alle, die vorbestellt und so geduldig gewartet haben!

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Und ja: Ich habe einen wunderbaren Sohn.
Echt jetzt!
Danke für die tollen Schablonen!

Samstag, 25. Februar 2017

Stoffspielereien: Kopfputz (Ein Haarband mit innenliegendem Draht)


Gabi hat für die Februar-Stoffspielereien das Thema "Kopfputz" vorgegeben und als Anregung ein großartiges Buch verlinkt. In dem scheint genau beschrieben zu sein wie man einen Hut um ein Drahtgestell drapiert. Ich habe das in altdeutscher Schrift verlegte Buch zugegebenermaßen nur überblättert weil es bei "Draht" eigentlich schon Klick gemacht hat.
Meine Tochter hatte nämlich vor Jahren mal eine Art Haarband mit innenliegendem Draht, etwas in der Richtung wollte ich probieren. 
Zur Verstärkung des Bandes habe ich einen Teil der langen 275er-Vliesreste genommen, die fallen immer beim Beschneiden der Quilteinlage an. Beim ersten Versuch habe ich die Einlage so groß zugeschnitten wie den Außenstoff, beim zweiten etwas längeren Versuch habe ich die Nahtzugaben unverstärkt gelassen. Einen großen Unterschied kann ich beim fertigen Band aber nicht feststellen.

Das Vlies habe ich mit temporärem Sprühkleber fxiert und durch die folgende Stepperei festgenäht.
Das Steppmuster hat sich beim Probieren ergeben: Es ist einfach, schnell und greift die organische Außenform noch einmal auf.

Hier nochmal die Außenmaße: Der zweite (für mich bessere) Versuch ist 1 m lang und 15 cm breit, das gibt eine fertige Breite von 6,5 cm.

Zum Steppen habe ich als Oberfaden 30er-Jeansgarn  genommen, das dickere Material lässt sich mit einer Topstitchnadel sehr gut verarbeiten. Die Spezialnadel hat ein größeres Ohr, da läuft der Faden problemlos durch.
(Hier im Vergleich eine normale Universalnadel- der Unterschied ist gewaltig, oder?
Und hey- die Topstitch lässt sich supereinfach einfädeln :)

Nach dem Zusammennähen (re/re, dabei die Wendeöffnung nicht vergessen!) hat mir der Sohn einen Kabelrest zerlegt. Einen der Drähte habe ich eingeschoben, dabei werden die Enden 1 cm umgebogen damit sie sich nicht durch die Stofflagen bohren.
 Zum Schluss wird die Wendeöffnung zugenäht.

Das fertige Teil lässt sich super um den Kopf drapieren: Als Rosette .....
......oder einfach verschlungen

Die Tochter hat das 84 cm lange Probeexemplar in den Dutt eingearbeitet, der hält dann sogar ganz ohne Nadeln:

Die Teile sind echt vielfältig und schnell gemacht,
ich glaube da nähe ich noch ein paar...

Noch mehr Kopfputz gibt es heute bei Gabi-
schön, dass du als Gastgeberin dabei bist!

(Ím März geht es bei Karen weiter, das Thema ist dann Shibori.)