Montag, 4. Juli 2016

Asymmetrie pur- ein Shirt aus nur einem Teil.

Das asymmetrische Shirt ist aus der Fashion Style (Knip) vom Mai 2016.

Das Nähabenteuer beginnt schon beim Kopieren des Schnittes. Das Riesenteil wird aus 5 Elementen zusammengesetzt, die allesamt  am Zusammenstoß mit Trennlinie 1 bezeichnet sind. Als Vorgabe zum Montieren sind mikroskopisch kleine Zeichen eingefügt- die muss man im Liniengewirr erst mal finden. Der Schnitt geht nämlich von Größe 34 bis 54. Könnt ihr euch vorstellen wie schwer da die Orientierung fällt? Die Teile sind alle formatfüllend und überlappend auf einem Schnittbogen versammelt. Örks.
Ich habe ganz schön den Durchblick verloren, und das obwohl ich aus den 80ern Neue Mode-gestählt bin.

Das Nähen war dann allerdings ein Kinderspiel, vor allem Dank der neuen Covermaschine.
Das Shirt war zwar noch ein paar Nummern zu groß, aber die notwendigsten Anpassungen habe ich an der einzigen Seitennaht improvisiert- beim nächsten Mal würde ich noch erheblich Weite aus der Mitte herausnehmen.

Das Shirt trägt sich sehr besonders- die eine Hälfte ist weit und das Armloch ist sehr tief angesetzt. Es ergeben sich aber erstaunlicherweise keine seitlichen Einblicke. Der Ausschnitt neigt dazu seitlich zu verrutschen, er gleitet aber nicht von der Schulter.
Das Shirt ist deshalb nichts für Leute die Wert auf perfekten Sitz legen, man neigt am Anfang schon etwas dazu, ständig an sich herumzuzuppeln :)
Aber der außergewöhliche Fall ist cool und das Teil ist auf jeden Fall ein echter Hingucker.

Ich würde das Shirt gerne nochmal nähen, dann am liebsten aus einem weich fallenden Streifenjersey. Dann kommt mit Sicherheit auch die besondere Schnittführung besser heraus.

Katrin und Birgit haben übrigens letztes Jahr einen Schnitt nach einem ähnlichen Prinzip genäht, enger und mit angeschnittenem Arm.
Mal gucken ob ich mein Oversize-Shirt beim nächsten Versuch auch noch etwas auf Figur bringe.....
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Und weil es farblich gerade so toll dazu passt: Ein neues Papierobjekt der Tochter.
Sie hat nach dem Abi jetzt alle Zeit der Welt.
Die Pause sei ihr aber vergönnt, das im Herbst beginnende duale Studium (Mechatronik!!) lässt ihr mit Sicherheit wenig Muse für derartige Geduldsarbeiten:

Die Anleitung ist hier zu finden, der Zeitbedarf liegt bei etwa 6 Stunden.
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Und sonst so?
Die ersten Kirschen, massig Himbeeren, wenig Erdbeeren und etwas Fußball.
Sommer!

Sonntag, 26. Juni 2016

Stoffspielereien: Löcher

Bei den Stoffspielereien vom Juni soll es um Löcher gehen- und ich habe mich gefreut, dass damit ein altes Thema nochmal auf den Tisch kam.
Vor zwei Jahren hatte ich schon Versuche mit Filz und Lochzange gemacht, aber mich dann am Ende für die frei geschnittenen Löcher entschieden.
Nun also die Lochzange. Bei Filz kommen die Konturen nicht so klar heraus, also habe ich zum Stanzen jetzt Leder genommen.
Aber auch bei Leder muss man aufpassen- die weicheren Randstücke der Lederhaut machen sich beim Lochen nicht so gut, die Fasern der Rückseite legen sich um und ergeben keine klare Kontur.
Glatte Abseiten (im Idealfall das feste Blankleder) bringen die besten Ergebnisse.
Man kann auch keine großen Teile bearbeiten, der Durchlass der Zange ist dann doch zu klein und man kommt nur noch schwer in die Mitte größerer Stücke.
Also habe ich die letzten Teile meiner türkisen Haut aus der Restekiste geholt, sie ging ganz  gut zu verarbeiten. Trotzdem musste ich beim Lochen immer ein anderes Stück Leder mit unterlegen um eine sauber geschnittene Kontur zu bekommen.
Meine hebelverstärkte Lochzange war mir da eine große Hilfe- da braucht man auch bei mehreren Lagen wenig Kraft. 
Tja, und wenn man erst mal angefangen hat, dann entstehen so viele Möglichkeiten!
Man kann Bänder oder Gummis durch die Löcher ziehen.....
Nieten einschlagen....
große und kleine Löcher kombinieren,
Muster stanzen........

Bei so Kleinzeug kommt man in einen richtigen Flow.
Ich habe dann erst aufgehört als die letzten Fetzen meines Lieblingsleders verarbeitet waren.
Jetzt hat die ganze Familie - ob sie es braucht oder nicht-  neue Handyhüllen. :)
Am besten gefallen mir die klaren Raster auf dem ersten Bild- das Muster ist sehr reduziert und passt super zu technischen Dingen wie meinem Tablet.
Und es setzt die Farbe des Leders perfekt in Szene!

Noch mehr Löcher gibt es heute in Laufe des Tages bei Frifris, ich bin gespannt!

Donnerstag, 23. Juni 2016

Geldbeutel und Reiseetuis


Hier entsteht gerade ziemlich viel Kleinzeugs, vor allem Reiseetuis und Geldbeutel.
Irgendwie langweilig, aber guckt mal diese Farbe an.
Die ist absolut neu für mich. Beim letzten Besuch in der Lederhandlung habe ich eine pflanzengegerbte Haut gekauft- in fuchsia! Eigentlich ist das Material so stabil, dass ich Lederriemen daraus schneiden wollte- aber mit geschärften Kanten konnte ich das Blankleder auch zu Greten verarbeiten.
(Geplant sind eigentlich anthrazitfarbene Taschen aus gewachstem Canvas mit Lederboden und pinken Henkeln. Irgendwann.)
Wenig überraschend sind dagegen Geldbeutel aus petrolfarbenem Leder. Ich habe ja schon eine Tasche aus dem Material, die letzten Reste habe ich nun zu Börsen verarbeitet. Eine davon hat die Tochter zum bestandenem Abi bekommen- sie teilt meine Farbvorliebe uneingeschränkt :)
Und hier noch zwei Reiseetuis aus einem schönen Wachstuch- die neutralen Farben lassen die mintfarbenen Reißverschlüsse und Schrägbänder richtig leuchten.

Und sonst so?
Ich habe ein Kleid für den Abiball genäht, aber das war es dann auch schon.

Zum Nähen von Klamotten habe ich gerade gar keine Lust. Beim Ausmisten meines Schrankes sind mir ein paar fast vergessene Sachen in die Hände gefallen die ich unbedingt wieder anziehen möchte. Deshalb habe ich gerade gar nicht das Gefühl, dass ich etwas Neues bräuchte.
Eigentlich ist hier gar kein Platz für so viele Kleider- gezählt habe ich über 30 Stück die ich alle noch gern in dem Sommer tragen würde.
Hoffentlich bleibt es noch eine Weile so schön!


Sonntag, 29. Mai 2016

Schrift auf Stoff (Stoffspielereien vom Mai)

Karen, hat für die Stoffspielereien im Mai das Thema "Schrift auf Textil" vorgeschlagen.
Da wir in diesem Monat sehr viel unterwegs waren habe ich mir wieder eine Sticktechnik herausgesucht, das ist eine sehr gute Beschäftigung für die Zeit am Strand.

Doch vorher musste alles gut vorbereitet sein:
Ein großer Schriftzug war schnell aufgemalt, die Tochter hat das mit transparentem Klebeband stabilisierte Papier dann mit einem Cuttermesser ausgeschnitten.
Dann habe ich die 4 Rockbahnen zusammengenäht.
Die Farbe habe ich etwas deckender mit einem kleinen SchwammAmStil aufgestupft.
Gestickt habe ich wie schon vor zwei Jahren beim Urlaub am roten Meer. 
Diesmal waren wir nur zu zweit unterwegs - die Woche war das Abigeschenk an die tauchende Tochter. 
Es war herrlich: Essen, Tauchen, Sticken und Schlafen. In beliebiger Reihenfolge :)
Der Schriftzug erstreckt sich über drei Bahnen- das gab ein paar Probleme an die ich vorher nicht gedacht habe. Nathalie Chanin bearbeitet in der Regel jedes Schnittteil einzeln, so sieht man beim Herausschneiden der oberen Lege der Applikation die Nahtzugaben nicht- sie verschwinden in der Naht zum Nachbarteil. Wenn man wie ich die Teile schon vorher zusammennäht kommt beim Herausschneiden natürlich die Naht ans Tageslicht.
Sehr ihr?
Das hat mich zuerst richtig geärgert, ich musste an diesen Stellen ziemlich viel nachbessern.
Zum Glück ging an der Rückseite der Schriftzug nur bis zur dritten Naht.

Der Rock ist komplett doppellagig, das macht ihn schön schwer und ganzjahrestauglich.
Ich mag ihn sehr, das ist wieder ein GoT-Fanteil, das erst auf den zweiten Blick zu identifizieren ist.

Weitere Nähereien sammelt heute Karen, die Meisterin der Kalligrafie.
Vielen Dank für die Anregung zur rechten Zeit!

(Die letzten Stoffspielereien vor der Sommerpause gibt es an bei Frifris zum Thema "Löcher")

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Schriftzug: Valar Morghulis (Hochvalyrisch für "Alle Menschen müssen sterben", ein Zitat aus Game of Thrones. Aber im Prinzip ist der Text egal, hier steht der dekorative Aspekt im Mittelpunkt
Jersey: Graublauer Originaljersey von Alabama Chanin (ein Geschenk meiner Freundin Heike) und petrolfarbener Viscosejersey vom Stoffmarkt
Schwamm und Dekaprint-Farbe: Jeromin
Schnitt: 4-Bahnenrock, sowas ist schnell konstruiert.
(Die Alabama Chanin Schnitte passen mir überhaupt nicht.)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Genähte Geschenke


Bei der Verarbeitung von Leder tauchen in den Kursen immer mal wieder Hindernisse auf, die mit einfachen Mitteln zu umgehen sind. Man muss nur wissen wie.

Ewa ist ein Schnitt, der sich recht problemlos aus Leder nähen lässt.
Was beim Einnähen der Außentsche zu beachten ist habe ich euch hier gezeigt.
Alle weiteren Schritte können gut von der Anleitung für Stoff übernommen werden.
Nur für die letzte Naht gibt es wieder einen Trick.

Die Wendeöffnung befindet sich unterhalb der oberen Kante- da wo das Futter (Stoff) auf das Außenmaterial trifft. Diese Naht muss von Hand geschlossen werden.
Mit der Handnähnadel durch Leder zu stechen ist aber ein rechter Kraftakt, deshalb gibt es da einen Trick:


Näht entlang der Futteransatzlinie auf dem Leder eine Stütznaht mit der Nähmaschine und stecht dann beim Anstaffieren des Futters in diese Stiche ein. So müsst ihr nicht durch´s Leder stechen.


Eigentlich ganz einfach.

(Die rote Ewa war ein Geschenk an meine allerliebste Nähfreundin Heike)

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Ansonsten beschäftige ich mich gerade wieder mal mit Siebdruck- das macht richtig Spaß!
Kleine platzierte Drucke sind so schnell gemacht:


Diese beiden habe ich auch schon verschenkt- gefüllt mit meinen absoluten Lieblingsprodukten von Weleda.
Der Sanddornduft lässt sogar Handcreme-Muffel wie mich immer mal wieder die Tube zücken.
Das Zeug riecht so unglaublich gut, da stiehlt der Inhalt der Verpackung locker die Schau.


Und die laminierte Baumwolle als Futter ist nicht nur praktisch, sie passt farblich auch perfekt zu Außenstoff und Inhalt. :)
Näherinnenglück.

Dienstag, 10. Mai 2016

Pippa von Frau Elbmarie

Um es gleich vorab zu sagen: Don´t try this at home.

Denn was ich da aus Frau Elbmaries neuem Schnitt Pippa gemacht habe ist absolut nicht zur Nachahmung empfohlen. Eine Tasche aus dickerem Leder zu nähen ist nämlich gar nicht so einfach, wenn die Anleitung eigentlich für Stoff oder Wachstuch ausgelegt ist.
Und ich wäre wahrscheinlich ziemlich angefressen, wenn eine meiner Probenäherinnen sich derart eigenmächtig über alle Anleitungsteile hinweggesetzt hätte.

Dickes Leder sollte man (wie ihr bei den Reißverschlusseingriffen seht) offenkantig verarbeiten, sonst gibt das keinen flachen Umbruch.

Demzufolge habe ich die Reihenfolge der eigentlich sehr ausgeklügelten Anleitung schon am Anfang der Näherei über Bord geworfen. Zusätzliche Absteppungen bei den Seitennähen haben mir das Leben beim Füttern schwergemacht, die Außentasche mit Reißverschluss musste ich schlussends per Hand ans Futter anstaffieren......
Das hat wieder mal gut gezeigt: Man kann nicht jeden Taschenschnitt aus dickerem Leder nähen.
Leider.


Wenn ihr die Tasche aber aus Wachstuch oder Canvas nähen wollt: Der Schnitt und die Größe sind prima. Man kann Pippa sowohl quertragen als auch als klassische Handtasche. Sie lässt sich mit den beiden Außenfächern gut organisieren.
Und wenn man Ösen und Metallteile mit integriert gibt das auch bei Pippa einen ausgesprochen professionellen Look.


Sabines eBook gibt es bei daWanda.
Viele Beispiele hat sie auf ihrer Pinterestseite gesammelt.
Danke dass ich das vorab ausprobieren durfte, ich verspreche auch, mich beim nächsten Mal zu benehmen. :)

Mittwoch, 27. April 2016

MMM: Winter is coming. Ein Shirt.

Diese Woche beginnt die sechste Staffel von Game of Thrones.
Zeit für ein neues Fanshirt :)
Um das Ganze nicht ZU offensichtlich zu gestalten habe ich mich für einen platzierten Alloverdruck auf meinen derzeitigen Lieblingsshirtschnitt entschieden. Fans identifizieren den Drachen recht schnell als Wappen des Hauses Targaryen,
Uneingeweihte können darin gern irgendein asiatisches Motiv sehen.
Zur Festlegung der Platzierung habe ich Teller verwendet und ihre Position mit kleinen Klebestreifen markiert. Das erleichtert beim Drucken die Positionierung des Siebes.
Gedruckt habe ich mit Dekaprint-Siebdruckfarbe auf einem recht fließenden Viscosejersey.
Der Schnitt muss aus ganz weich fallenden Stoffen genäht werden, so kommt die große Rückenfalte am besten zur Geltung.

Den Burda-Schnitt mag ich gerade sehr gern. Die Silhouette mit dem langen dramatischen Rückenteil und der schlichten Vorderansicht ist wirklich mal was Neues.
Leider kann man den Ausschnitt nicht mehr sommerlich vertiefen, die Schwere des Rückteils zieht das Shirt sonst noch mehr nach hinten.
(Hier sieht man auf dem Stuhl noch die Schneereste - zum Serienstart ist der Winter tatsächlich nochmal gekommen. Das ist doch alles irgendwie ziemlich passend......)

Die Tochter hat zum Serienstart einen Schattenwolf gefaltet und geklebt. Diesmal hat sie 300 g schweres Papier genommen, das lief erstaunlich gut durch unseren Drucker.
Die Datei findet ihr hier, mit etwa 15 Stunden Bastelzeit sollte man rechnen.
Das Ergebnis ist aber sensationell.
 (Sie hat den Wolf im Blog Papermau entdeckt, dort sind auch tolle Anfängerprojekte verlinkt.)

Und wenn jetzt Jon Snow irgendwie überlebt, dann ist alles gut.
:)

Schnitt: Burda 3-2016, Modell 104, vorn etwas verlängert, ohne Schlitz, engere Ärmel
Stoff: grauer Viscosejersey
Druckfarbe: Dekaprint schwarz (via Jeromin) mit etwas Trocknungsverzögerer damit das Sieb nicht zu schnell zusetzt.

Verlinkt beim MMM, dem Laufsteg für Leute in selbstgenähten Kleidern.